02.01.2026- Der gelbe Umschlag
Der erste Kontakt fand pünktlich zum Jahresbeginn 2026 statt. Am 02.01.
Also der erste Kontakt nachdem er, Igor, so nennt er sich jetzt, aus der Ukraine zurückkam.
Real talk and feelings-unfiltered: #warum001
Ich wollte noch kurz zum Briefkasten, bevor ich an diesem ersten Werktag im neuen Jahr tausend kleine und große Dinge erledigen musste. Ach Mist, jetzt hab ich das Baguette, den Pflaumenmus und die Butter im Auto liegenlassen. Egal, hol ich gleich.
Der Hof ist eingeschneit. Auf dem Weg zum Briefkasten zähle ich meine Schritte, das ist so ein Tick von mir. Also normalerweise nicht, nur, wenn man die Schritte auch sieht. So wie jetzt, im Schnee. Ich liebe das Knirschen unter meinen Schuhen. Ich trage keine Mütze, Schneeflocken ruhen sich kurz auf #meinem Kopfhaar aus, bevor sie schmelzen. Ich trage keine Handschuhe, denn wenn es schon mal schneit, möchte ich das direkt auf der Haut spüren- jetzt, wo ich endlich wieder Dinge spüre, die ich vor Jahren nicht kannte, oder vergessen hatte, oder verdrängt.
Ich schließe den etwas rostigen Briefkasten auf, Wasser tropft auf meine Schuhe aus einer Regenrinne, die wackelig an der Halle befestigt ist und deren Auslauf direkt links neben den Briefkästen über einem Gulli endet. Neununddreißig Zentimeter drüber. Das sollte man mal ändern, tiefer legen oder whatever. Man- also ich. Später vielleicht. Ok, es wäre wohl einfacher die Briefkästen woanders zu montieren, aber ich bin hier ja nicht alleine, und wenn ich meinen woanders befestige passt das nicht mehr ins Bild. Und mit den Nachbarn ist das so eine Sache. Das ist hier alt, war schon immer so und soll auch so bleiben, denke ich und verwerfe den Gedanken etwas zu ändern. Wobei, welches Bild? Wir sind hier auf einem alten Bauernhof, das ist das Bild. Punkt. Also eine Mischung aus ehemaligen Pferdeboxen, Garagen, einer Halle und zwei Häusern, und dies am Waldrand, idyllisch, unendlich viel Platz, ruhig, friedlich. Ich genieße das und bin so gar kein Stadtmensch. Mega Glück, so etwas in einer Einöde am Ortsrand gefunden zu haben. Ich hoffe ich muss so schnell hier nicht weg. Nie zuvor und nirgends habe ich mich so wohl und zu Hause gefühlt wie hier.
Der Briefkasten ist erwartungsgemäß voll. Zwischen Rechnungen und Werbung sticht ein Din-A-5- Umschlag heraus. Zartgelb, nicht dieses typische Packpapierbraun, aber auch nicht ganz weiß. Vielleicht nicht wirklich gelb, sondern eher vergilbt, an den Rändern zumindest. Als hätte jemand den Umschlag schon Jahre in einer alten Kiste aufgehoben. Hm, meine Adresse, mein Name. Ich drehe ihn um, kein Absender. Der Brief ist ziemlich füllig. Ich mache auf, und hä? Da ist ein weiterer Umschlag, diesmal etwas heller. Ich kann ihn kaum herausziehen, weil er genauso groß ist wie der Umschlag in dem er drin war. Sowas regt mich schon wieder auf. Wer macht das- einen Umschlag und dann nochmal ein Umschlag, und der genauso groß, so groß, das man fast Gewalt anwenden muss um ihn herauszubekommen. Geschafft. Da steht in großen handgeschriebenen Lettern- Edding, schwarz. IGOR. Was für Igor? Kenne keinen, also zumindest keinen der mir Briefe schicken würde. In der Schule gibt es Igors, ok, aber. Und während ich denke, welcher Igor, und mich aufrege, über den Umschlag im Umschlag, drehe ich mechanisch den Umschlag um. Bäm-‚ZEIT 8760 STUNDEN-bis 1.2.2027. Links daneben, ein Ausrufezeichen, darunter wieder IGOR-
Alles dreht sich in mir, um mich herum. Ich verharre und schaue einfach auf die Buchstaben. Dann verliert sich jegliches Blut aus meinen Adern. Dieses ‚Z‘ ohne Strich in der Mitte, dieses ‚D‘, kein Bogen sondern gerade Linien, die quasi ein Dreieck bilden. Ich kenne diese Schrift. Aber nein, das kann nicht sein. Ich dachte, die Mauern der Psychiatrie in der Ukraine wären das Ende unserer Geschichte. Und der Anfang von meinem Leben, das ich unbedingt zurückhaben wollte- Und musste, für mich und meine Kinder. Das kann einfach nicht sein!
Ich hole den Umschlag in dem der Umschlag war und suche den Stempel auf der Briefmarke. FRANKFURT AM MAIN-ach du Scheiße. Er ist hier, in meiner Nähe. Oder? Ich komme nicht raus aus dem Schock. Es vergehen Minuten, bis mir mein Gehirn und meine Neugier sagen „schau rein, was in dem Umschlag ist“.
Ich schaue rein, mir fallen lauter gelbe Haftnotizen entgegen, keine Quadratischen, sondern die obere Kante zwei Zentimeter länger als auf der Seite. Und oben eine Spalte, die klebt. Moment- das, das sind doch-meine. Also ich habe auch so welche. Komischer Zufall. Oder keiner? Ein paar Haftnotizen kleben auf einem gefalteten Blatt. Ich falte es auf- ein Foto, nein, eine Collage: eine Zeitung, auf dem ein Artikel betitelt ist mit: „Rache ist süß“, neben der Zeitung ein Ringbuchkalender. Das ist einer meiner Schulkalender. Aus dem Jahr 2014/15. Mir wird schwarz vor Augen. Ein Pfeil und drei XXX. Das ist er , der Tag an dem er in mein Leben trat. Markiert, von ihm. Mit einem Pfeil, der sein Ziel genau trifft, mitten in mein Herz. Darunter, ein Foto- Feld, Gestrüpp. Im Hintergrund der Collage erkenne ich meinen Nachttisch, hier in meinem Schlafzimmer. Er war also in meiner Wohnung, er muss den Schulkalender in irgendeiner Schublade gefunden haben, um dann dieses Foto auf meinem Nachttisch zu schießen. Und die Haftnotizen hat er dann wahrscheinlich auch bei mir geklaut und zweckentfremdet. Na ja, einen Zweck haben sie wohl schon. Für ihn. Mein Gehirn meldet mir, die Aktion muss dann wohl eine Weile gedauert haben. Eine Zeit, die er unbemerkt in meiner Wohnung war. Aber die Zeitung, sie trägt das Datum von April 2025, das war letztes Jahr. Seltsam, Warum?
Ich überfliege die Klebezettel, diese schrecklichen Großbuchstaben. Hattest du keine Zeit, deine Hiobsbotschaft auf ein ganz normales Blatt zu schreiben, besser noch zu tippen? Ach ja, hätte fast vergessen, du bist ja der Handschreiber.
Und ich spüre das Geräusch von Scharren auf dem Papier.
Es hinterlässt tiefe Linien, wie Furchen, solche, die ein Messer in eine Haut ritzt. Die nahende Ohnmacht, wenn das Blut aus den Adern strömt, bringt blitzartig Erinnerungen hervor, die um die Wette kreisen, bis sie sich bündeln und alle in eine einzige Richtung gezogen werden, dorthin, wo man das Ende vermutet, oder einen neuen Anfang, jenseits von Raum und Zeit. Genau dies wünsche ich mir in diesem Augenblick, als der erste Schock nachlässt und die tiefliegenden Gefühle ans Tageslicht bringt, so hell, so unerträglich hell, dass die Augen schmerzen und man sie schließen, will, für immer, um diesem gleißenden Licht zu entgehen.
Ich erkenne, dass die Zettel nummeriert sind und suche den Anfang, die 1. Es sind 21 Zettel, die ich lese, versuche zu verstehen, was sie mir sagen wollen. Ich verstehe es, jedoch begreifen, fassen, kann ich es nicht. Mein Gehirn steht auf standby. Nimmt nur das lebenswichtige auf- und das ist dieser Zettel, Nummer 7, auf dem steht, dass er mir 8760 Stunden Zeit gibt, ihn zu finden, dass ich eine Webseite erstellen soll, die spätestens am 1.2.2026 online sein soll und ich dann bis zum 1.3.2027 Zeit habe. Meine Augen bleiben auf diesem Zettel kleben, , selbst als mir der Brief aus der Hand fällt in den Schnee. Ich hebe alles auf und blicke mich dabei um, so, als müsste ich befürchten, jemand könne mich bei einer Straftat, dem Diebstahl eines wertvollen Gegenstandes, beobachten. Ich stopfe die halb durchnässten Dokumente des Grauens zurück in den Umschlag. Alles, bis auf den einen Zettel. Irgendwas stimmt hier nicht. Stand da nicht auf dem anderen Umschlag, ich habe Zeit bis 1.2.? Hier steht 1.3. Ja was denn jetzt? Ich suche mein Handy, da mein Gehirn kaum noch zu irgendetwas fähig ist, geschweige denn zu mathematischen Leistungen. Doch mein Gefühl sagt mir, da ist was falsch, oder faul. Während ich nachrechne, wieviel Tage 8760 Stunden sind, überlege ich, ob vielleicht der Umschlag von jemand anderem geschrieben wurde als die Zettel. Aber von wem. Oder hat der neue Name, Igor, auch die Person Hans verändert. Aber es scheint mir dieselbe Schrift.
Der Taschenrechner kommt auf das, was ich erwartet habe, 365 Tage. Also habe ich 365 Tage Zeit, vom 1.2.26 bis 1.2.27. Warum steht da dann 1.3.27. Was ist das für ein Spiel, ein falsches Spiel. Und warum verdammt rege ich mich über eine mathematische Fehlleistung auf, oder ein Sich- Verschrieben- Haben. Als gäbe es nichts wichtigeres als ein Monat mehr oder weniger. Es kommt auf das Ergebnis an, und das ist einfach nur dass ich ihn finden muss, ansonsten…sterbe ich? Stand das nicht auch auf einem der Zettel? Es macht mich rasend, es macht mich wütend und bringt mich um den Verstand. So sehr, dass mir meine Gliedmaßen nicht mehr gehorchen und ich wild um mich trete. Dabei erwische ich die Wasserrinne, die mich sowieso genervt hat.
Keine Ahnung wann und wie ich in meine Wohnung kam. Ich weiß nur, das erste, was ich gemacht habe, war, meine Wohnung zu durchsuchen nach dieser Zeitung, nach diesem Schulkalender und nach diesen Klebezetteln. Nichts, niente. Alles drei war weg.
Ob womöglich noch andere Dinge fehlten, konnte ich nicht bemerken. Und war mir auch egal. Ich sackte in meinem Schlafzimmer zusammen, neben diesem Nachttisch, auf dem das Foto entstanden war. Ich klammerte mich an mein Bett und hielt mir mit einer Hand den Mund zu. So sehr und fest, dass mir Tränen kamen. Ich weiß nicht wie viele. Es waren aber mehr als ich von mir kannte, oder jemand anderes von mir kannte.
Und irgendwo am anderen Ende der Welt weinte einer mit, oder zwei.
0.1 Der Umschlag im Umschlag#000-001

Er sucht Rache und startet ein Spiel, ein Rennen, und ich muss ihn finden. Zeit habe ich bis zu, 01.02.2027.
Danach ist das „Spiel“ zu Ende, was auch immer das heißen mag.

0.2 Und dann waren da noch die 21 Klebezettel( siehe auch Stalker’s shots und Galerie)
Real Talk:
Was mir zu der 21 er Liste durch den Kopf geht:
– du warst in meiner Wohnung? ich aber wohl zu der Zeit nicht, das heißt, du musst gewusst haben, dass ich gerade nicht da war. Du hattest Zeit, eine Zeitung zu suchen, in meinen Schubladen den alten Kalender zu finden, der übrigens auch nicht mehr auffindbar ist, auch die Zeitung ist weg.
-seit wann bist du wieder hier? seit 2025?
-du sagst du verfolgst mich nicht mehr? wie genau nennst du das nun?
-was hat das mit diesem zeitlichen Limit auf sich. Warum 1. Februar 2027? nur irgendeine blöde Idee von dir oder hat was passiert 2027, warum bist du unter Zeitdruck? Und wieso schreibst du dann, bis 1.3.27, was ja ein Monat mehr Zeit wäre? Was ist mit deinem sonst so klaren Gehirn passiert?
– du wirst kein Auto mehr in die Luft sprengen- safe? und gilt das auch für alle anderen Dinge, die du gemacht hast, wie meinen PC hacken, Menschen in meinem Namen Mails schreiben, Mietverträge kündigen- und vor allem, Haustiere um die Ecke bringen, da sie uns ja nur unnötig Arbeit machen oder Krankheiten einschleusen? Ok, es sind immer mal ein paar Hühner gestorben, aber hast du damit was zu tun? Kann ich dir glauben, dass du nichts derartiges mehr veranstaltest und, wie du sagst, du da wo du bist nun ein Jahr auf mich wartest?
– du sagst ich höre immer wieder von dir und du gibst mir Hinweise. Wie genau, per Post, irgendwo im Netz? tauchst du hier auf?
-über deine mathematischen Glanzleistungen sage ich besser nichts- du bist auch in dieser Hinsicht komplett irre- oder besser gesagt in deiner eigenen Welt. Das mit den ganzen Zahlen…Ich sag’s ganz ehrlich. Dir ist doch klar, dass wir beide zwei sind, nicht drei- und wenn du schon summierst, du, ich und wir beide, wären das nach deiner Rechnung 1+1+ 2 (wir beide), dann wäre das 4. Merkst du was?
Jetzt noch was wichtiges zum Thema Ukraine:
– ich hab damit nichts zu tun!
Es war nicht meine Idee dich in die Ukraine zu verfrachten. Ich erinnere dich trotzdem jetzt mal daran, was du getan hast, also nur ganz kurz- die Liste ist viel zu lang.
1. du hast mich mehrere Jahre gestalkt hast und dich in mein Leben eingemischt hast, meins und das meiner Kinder, die ich sogar vor dir in Sicherheit bringen musste.
2. deinetwegen hatte ich sogar eine retrograde Amnesie – wer weiß was du angestellt hast, ich kann mich ja leider nicht mehr erinnern-
3. du hast deinen Tod vorgetäuscht und deine „Kollegen“ vom BKA, wo du angeblich als Profiler tätig warst, zu mir geschickt, mit deinem Fahrrad als Erbe an mich. Dann hat sich rausgestellt dass du gelogen hast. Du wolltest dass ich denke du seist tot und ich hätte meine Ruhe vor dir.
4. als ich die Wahrheit herausgefunden hatte, gabst du mir dann einen Schlüssel zu deiner Wohnung, die Adresse, und schriebst, dass du „ALLES in meine Hände gibst. In der Wohnung stand nur ein Stuhl und das Fahrrad, es war creepy.
5. Dann hat es mir einfach gereicht. Ich habe den Schlüssel einem Kontakt aus der Aktion mit dem Fahrrad gegeben. Man sagte mir, man kümmere sich darum, da du noch viel mehr Dreck am Stecken hättest, du mit dem Namen Horst Dirk. Man sähe selbst keinen Ausweg mehr (? ach das BKA sieht keinen Ausweg) und wollte dich loswerden.
6. ein paar Wochen später habe ich dann erfahren, man hat dir alles weggenommen, Handy, Pass etc. und du seist nun in einer Psychiatrie in der Ukraine untergebracht worden. That’s it.
WAS ZUR HÖLLE HABE ICH ALSO DAMIT ZU TUN???
…und wer sollte ahnen, dass dort ein Krieg ausbricht, deine Psychiatrie wohl zerstört wurde und dein Leben mit ziemlicher Sicherheit auch- du warst angeblich weg- und nun wissen wir ja dass du offensichtlich nicht ums Leben gekommen bist.
Du nennst dich nun Igor. Nennst du dich nur so, oder wie kommst du zu dem Namen?
VOR ALLEM WÜRDE MICH INTERESSIEREN, OB DU NUN HIER AUF MEINER SEITE MITLIEST, nachdem du ja wolltest, dass ich damit an die Öffentlichkeit gehe. Wer weiß, vielleicht antwortest du hier ja?

Kommentar verfassen